Ratschläge für den Kauf eines Gebrauchtrads

Wie Sie aufs Fahrrad kommen, ohne Ihren letzten Pfennig auszugeben (Deutsche Bearbeitung)

Wir betrachten hier zwei verschiedene Gruppen von Fahrrädern: Räder mit Nabenschaltung und Räder mit Kettenschaltung.

VELOS MIT NABENSCHALTUNG

Diese Räder sind als zuverlässiges Arbeitstier oft sehr gut geeignet. Insbesondere wenn die Nabenschaltung mit einem geschlossenen Kettenkastensystem kombiniert ist. Bei einem guten Kettenschutz ersparen Sie sich, besonders wenn Sie das Rad im Alltagseinsatz auch bei schlechtem Wetter und im Winter benutzen,  viel Mühe mit dem Nachölen der Kette.

Schwere alte Tourenräder

An klassischen alten Tourenrädern finden Sie manchmal noch Tretlager in einer Qualität, wie sie heute nirgends mehr käuflich sind. Doch die Bremsen an Oldtimern sind oft schlecht und gefährlich. Unbrauchbare “Klotzbremsen”, die mit einem Gummiklotz auf den Reifen drücken, ersetzen Sie besser schnell, denn bei Regen bremst das kein bißchen! Wer also noch ein Oldtimer-Schätzchen in seinem Besitz hat, tut gut daran, dieses auf bessere Bremsen umzurüsten. Dies erfordert aber  häufig, dass anstelle der flachen alten Blechfelgen moderne kastenförmige Felgen oder aber Trommelbremsen eingebaut warden. (Mein altes schwarzes Schätzchen aus den 1950ern fährt natürlich mit einer MAGURA-Hydraulikbremse. – Geht aber nur, wenn man noch irgendwo einen U-Bügel von Magura ergattern konnte.) Wer`s richtig klassisch-luxuriös liebt, der baut sich dann natürlich noch eine echte alte Sachs-Dreigangnabe mit dem original roten Schaltgriff ein.

Leichte Tourenräder

Was ist leicht? Wir meinen alle Velos, die nicht mehr als maximal 15 Kilogramm wiegen. Mit  einem solchen Rad beginnt das wirkliche Radfahren erst!  Die Dreigang-Tourenräder aus den 70ern und 80ern sind oft unverwüstlich. Geben Sie einem solchen Rad einen modernen Nabendynamo (Im Fachgeschäft einspeichen lassen!) und Sie haben viel Nutzen für einen bescheidenen Betrag.

Vorteile: Einfach, billig, gemütlich. Reparaturen sind einfach. Meist vollständig mit Beleuchtung, Schutzblechen und Gepäckträger ausgestattet.

Nachteile: Nicht sehr schnell, Gewicht noch immer am Berg zu spüren.

Ältere Falträder

‘Nicht gerade sehr hip, aber oftmals im Einsatz ganz praktisch‘, meint unser englischer Editor. In Deutschland sind die alten Klappräder schon längst alle verschrottet und das meist nicht zu Unrecht. Kommen Sie aber hierher nach England und stöbern Sie auf einem alten Dachboden: Mit etwas Geduld finden Sie hier noch ein original “Moulton” aus den sechziger Jahren. Ein solches Rad rechtfertigt selbst eine umfangreiche Restauration, denn es ist das Original, während die anderen Miniräder, die ihm folgten, meist nur minderwertige Imitationen waren. Das Moulton war mit seinen gefederten kleinen Laufräder nicht nur eine Sensation, sondern seiner Zeit auch weit voraus. Nehmen Sie sich bei Ihrem nächsten Urlaub in England unbedingt eines mit!

Paßt meist für verschiedene Körpergrößen, einfaches Auf- und Absteigen.

RÄDER MIT KETTENSCHALTUNG

Bei Velos mit Kettenschaltung liegt der Schaltmechanismus offen. Sie bieten in der Regel mehr Gänge und feiner abgestufte Übersetzungen, wodurch es einfacher ist, immer in der angenehmsten Trittfrequenz zu fahren. Wenn die Kette gut gepflegt ist, bieten Räder mit Kettenschaltung meist einen besseren Wirkungsgrad als solche mit Nabenschaltung.

Vorteile:  Kann das schnellere Rad sein. Bietet häufig ein dynamischeres Fahrgefühl und eine angenehmere Fahrt. Für motivierte Benutzer meist besser geeignet.

Nachteile:  Ein Antrieb mit Kettenschaltung braucht etwas mehr Pflege. Auch die Kosten können höher sein, da beim Erneuern der Kette in der Regel der Zahnkranz oder die Zahnkranzkassette mit ersetzt werden muß.

“Halbrenner”

Besonders in den achziger Jahren waren Fahrräder im Rennrad-Stil sehr populär.  Wirklich unglücklich waren allerdings die sogenannten „Sicherheitsbremshebel“, die es – theoretisch – erlauben sollten, die Bremsen auch in der oberen Lenkerposition zu bedienen. Es handelte sich dabei schlichtweg um eine gefährliche Fehlkonstruktion, die niemals wirklich zuverläßig funktioniert hat. Unser Rat: Ersetzen Sie diese Bremsgriffe entweder durch normale Rennbremsgriffe oder bauen Sie das Velo einfach auf einen normalen Lenker mit normalen Bremsgriffen um. Sie können Rennbremsen übrigens auch von oben bedienen: Schauen Sie sich die Haltung der Radrennfahrer einmal genauer an. Die obere Position an einem Rennbremsgriff ist noch immer wesentlich sicherer als die sogenannten Sicherheitsbremshebel!

Ein weiterer Tip, wenn Sie sich ein altes „Rennrad“ wieder flott machen wollen: Oft sind die schmalen Reifen nicht für schwere Fahrer oder Fahrten auf Kopfsteinpflaster geeignet. Da beim Fahrrad ungefähr 2/3 des Gewichts auf dem Hinterrad lasten, ist es sinnvoll, für das Hinterrad einen breiteren Reifen zu wählen und das Vorderrad mit der originalen Reifengröße zu belassen.

Vorteile: Gut für größere Strecken. Die besseren Modelle sind oft sehr schön zu fahren und eignen sich häufig auch für Radreisen.

Nachteile: Oft ist die Übersetzung  viel zu optimistisch hoch.

‘City bikes'

Dies sind Velos mit Kettenschaltung und einem Lenker für aufrechte Haltung. Für den Alltag oft sehr geeignet, wenn Sie ein bißchen Wartung nicht scheuen. Immer mit Schutzblechen und Gepäckträger ausgestattet, sind sie viel praktischer als ein Pseudo-Rennrad oder ein nacktes Mountainbike.

Vorteile: Flott, leicht, genügend Gänge. Gute Übersicht im Verkehr.

Nachteile: Bei Gegenwind ein bißchen langsam.

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Mountainbikes

Ein braves altmodisches Mountainbike ohne Federung hat bereits viele der Merkmale eines guten Stadtfahrrads, wenn seine groben Stollenreifen durch geschmeidige glatte Cityreifen ersetzt werden.  Ein solches Rad ist nicht nennenswert schwerer als ein vergleichbar ausgestattetes ‘Hybrid' oder ‘City-Bike', bietet aber mehr Stabilität und Haltbarkeit.  Doch diese Maschinen werden seltener.  Mit der Weiterentwicklung des Mountainbikes sind aufwendige Federgabeln, komplexe Hinterradfederungen, hydraulische Scheibenbremsen und oft völlig veränderte Rahmengeometrien mit flacheren Steuerrohrwinkeln und höherer Tretlagerposition gekommen.Alles gar nicht schlecht im Gelände. Doch nicht gut in der Stadt.  Der Trend zu Full-Suspension hat natürlich die Preise nach unten gedrückt. Man kann inzwischen ein „Full-Suspension-Mountainbikeförmiges Objekt“ für weniger als den Preis eines Paar Denim-Jeans kaufen. Manche Fachleute werden zwar behaupten, ein Mountainbike sei niemals für die Stadt geeignet. Doch ein frühes und einfaches MTB, mit schnellen und schmaleren Reifen ausgestattet, ist wirklich kaum zu schlagen.

Vorteile:  Robust, widersteht allen Schlaglöchern. An vielen älteren, die noch alle Befestigungsmöglichkeiten haben, können ohne Probleme Schutzbleche, Gepäckträger und anderes montiert werden.

Nachteile:  Die Lenker sind oft viel zu breit und unkomfortabel. Viele gebrauchte sind sehr geschunden worden. Manche Modelle sind schwer. Diebe lieben Mountainbikes.

Eine Anmerkung zu Damenrädern

Der traditionelle Damenrahmen ist schwerer und/oder schwächer als der vergleichbare Herrenrahmen.  Wenn Sie nicht gerade mit einem Rock radfahren wollen, gibt es mit Ausnahme des bequemeren Auf- und Absteigens keinen Grund , warum eine Frau einen Damenrahmen benutzen sollte.  Andererseits finden auch Männer das Damerad praktischer, wenn kleine Kinder transportiert werden müssen oder wenn es um häufiges Auf- und Absteigen bei Auslieferungsfahrten in der Stadt geht. Im allgemeinen ist der Herrenrahmen jedoch einfach der bessere Rahmen. Wichtig ist, dass das Rad die richtige Größe für Sie hat und Ihren Anforderungen entspricht. Ein  richtiger damenspezifischer Sattel ist jedoch ein absolutes Muß, wenn Sie der Besitzer eines damenspezifischen Hinterns sind.

Wo Sie ein Gebrauchtes finden

Da sind natürlich die Kleinanzeigen in der Zeitung. Fragen Sie auch Ihren Fahrradhändler vor Ort. Schauen Sie auf das Brett für Privatverkäufe im Supermarkt. Wenn Sie das Rad von jemandem mit Sachverstand und Fahrradbegeisterung kaufen, bekommen Sie sicher mehr für Ihr Geld. Zumindest aber sollte es jemand sein, der sein Rad gut in Schuß gehalten hat. Bei Polizei-Auktionen verlorener oder gestohlener Räder kommen Sie billig zu einem Rad. Oft die interessantes Lösung ist natürlich, sich sein Rad aus einigen alten Rädern selbst zusammen zu bauen.

Worauf Sie bei einem gebrauchten Rad achten sollten

Größe und richtige Einstellung

Bei einem traditionellen Rad mit Oberrohr sollten Sie darauf achten, genug Freiheit im Schritt zu haben. Stellen Sie sich mit beiden Beinen über das Rad und achten Sie darauf, ob Sie genügend Abstand zum Rahmen haben. Zum Mountainbiken sollten Sie mindestens 10 Zentimeter Abstand haben.  Ein etwas zu kleines Fahrrad ist meist unproblematischer als ein zu großes.

Der Sattel muß so eingestellt sein, dass die Beine ganz gestreckt sind, wenn das Pedal am tiefsten Punkt  und die Ferse auf dem Pedal ist.

Für den Lenkers gilt als Richtlinie, dass er für die ersten Versuche ungefähr auf Höhe des Sattels sein sollte. Danach können Sie ihn nach Bedarf höher oder tiefer stellen. Nach DIN-Vorschriften sollten alle Sattelstützen und Lenkervorbauten eine Markierung haben, die die minimale Einstecktiefe angibt. Diese ist nicht heilig, gibt aber meist eine sinnvolle Richtlinie zu Ihrer Sicherheit.

Ist es das Geld wert?

Ein Rad, das noch viele Reparaturen benötigt, wird Sie auch noch eine hübsche Summe extra kosten. Verschlissene Reifen, verbogene Kurbeln, unrunde Räder: Das alles kostet noch, um repariert zu werden. Deshalb sparen Sie Geld, wenn Sie bei der Auswahl eines Gebrauchtrads wählerisch sind. Ein gut gewartetes älteres Rad kann Ihnen noch viele Jahre gute Dienste leisten.

Ist es möglicherweise gestohlen?

Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Fahrrad gestohlen sein könnte, ist es illegal, wenn Sie dieses Rad kaufen.Und Sie würden damit weitere Diebstähle unterstützen. Fragen Sie nach der Geschichte des Rads. Dies gibt Ihnen auch einen Überblick, wie gut das Rad instand gehalten wurde. Wenn irgendwelche Zeifel auftauchen, sehen Sie vom Kauf ab.

Die Checkliste

Reifen

Genug Luft in den Reifen? Noch genug Profil? Hat die Seitenwand Risse? Der normale Reifendruck für einen Fahrradreifen mittlerer Breite beträgt rund vier Bar. (Der Druck in Autoreifen liegt bei ca. 2,2 Bar.) Bei billigen Fahrrädern finden Sie manchmal Billigventile mit einem Schläuchchen. Werfen Sie diese weg und ersetzen Sie sie durch Blitzventile. Damit wird das Aufpumpen viel leichter. Am besten ist allerdings, wenn Sie ein Fahrrad mit modernen Autoventilen haben. – Aufpumpen an der Tankstelle ist immer ein Vergnügen!

Räder

Hat das Fahrrad Aluminiumfelgen oder nur billige Stahlfelgen, die bei Nässe nicht gut bremsen? Sind die Räder perfekt rund? Nehmen Sie das Vorderrad und das Hinterrad in die Hand und testen Sie, ob es sich seitlich bewegen läßt. Falls ja, sind die Lager in der Nabe lose oder schon beschädigt. Sind möglicherweise schon Speichen am Hinterrad gebrochen? Werfen Sie an der Nabe einen Blick auf die Speichenköpfe.

Bremsen

Sind die Bremsgummis verschlissen? Scheuern Sie an der Felge? Wie die meisten Gummiprodukte können auch Bremsgummis altern. Bei einem Rad, das 10 Jahre nur abgestellt war, sind die Bremsgummis verhärtet und sollten gegen neue ausgetauscht werden, die dann wieder weich und zuverläßig bremsen.

Bremszüge sollten immer mit einem dünnen Fett (Wir empfehlen das schwarze Graphitfett) eingefettet sein. Nur dann lassen sich die Kräfte vom Bremsgriff bis an die Bremse ohne große Verluste übertragen. Einen schlecht gewarteten (d.h. nicht gefetteten) Bremszug spüren Sie sofort, wenn Sie die Bremsen betätigen.  Das Schmieren von Zügen ist eine einfache Aufgabe, die von jedem Hobbymechaniker und Fahrradbesitzer eigentlich selbst ausgeführt werden kann. Lassen Sie sich allerdings die nötigen Handgriffe von einem alten Hasen zeigen!

Steuersatz (das sind die Lager, in denen sich die Gabel im Rahmen dreht)

Drücken Sie die Vorderbremse und schieben Sie das Velo etwas nach vorne.  Fühlen Sie dabei, ob die Gabel kein Spiel in ihren Lagern hat. Falls doch, sollten Sie das Rad nur benutzen, wenn die Steuerlager (“der Steuersatz“) von einem Fachmann wieder richtig eingestellt wurde.

Kette

Ist die Kette rostig? Sehr schlecht! Das sichere Zeichen, dass sich der vorige Eigner nicht genügend um sein Fahrrad gekümmert hat.

Ist die Kette verschlissen, d. h. durch langen Einsatz gelängt? Dann sollte sie erneuert werden. Bei Rädern mit Kettenschaltung muß dann aber in der Regel auch der Zahnkranz oder die Zahnkranzkassette erneuert werden, so dass es teurer wird. Falls Sie keine spezielle Prüflehre zur Hand haben, können Sie den Zustand der Kette zumindest „Pi mal Auge“ folgendermassen checken: Geben Sie mit einem Fuß etwas Druck auf das Pedal des stehenden Fahrrads. Prüfen Sie gleichzeitig, ob sich die Kette nun von Hand vom vorderen Kettenrad abheben läßt. Eine gute neue Kette läßt sich nur minimal anheben, bei einer alten verschließenen Kette hingegen können Sie zwischen Kette und Kettenrad prima hindurchsehen.

Geheimtip aus England: Alle Ketten sind in Zoll-Maßen gefertigt. Wenn Sie ein Lineal mit Zoll-Einteilung zur Hand haben, dann messen Sie einfach einmal geschwind die Länge von 10 Doppelgliedern. Deren ursprüngliches Maß ab Fabrik war 10 Zoll, also 25,4 Zentimeter. Stimmen die Glieder der Kette noch schön mit der Zolleinteilung auf dem Lineal überein, dann ist die Kette noch gut. Laufen die Kettenglieder dem Lineal immer mehr voraus, so ist die Kette verschlissen. (Ja, diesen Tip, der ihnen teure Prüflehren erspart, haben Sie völlig gratis bekommen!)

Vorderes Kettenrad und hinterer Zahnkranz

Wenn Sie Antriebszähne sehen, die schon wie Haifischflossen aussehen, dann kaufen Sie das Rad nicht.  Der ganze Antriebsstrang ist dann schon so verschlissen, dass die Reparatur teuer wird.  Auch wenn bei einer Probefahrt die Kette über die Zähne des Zahnkranzes hüpft, deutet das auf eine verschlissene Zahnkranzkassette hin.

Tretlager

Nehmen Sie die Tretkkurbel in die Hand und prüfen Sie, ob sie seitliches Spiel hat. Falls ja ist das Tretlager lose und in den meisten Fällen dann auch schon beschädigt. Ein Fahrrad, das noch Kurbelkeile hat, sollten Sie heute eigentlich nicht mehr kaufen. Aluminiumkurbeln auf einer Vierkant-Tretlagerachse sind heutzutage Standard und erleichtern dem Fachmann eventuelle Reparaturen.

Pedale

Wie drehen sich die Pedale? Sind sie an der Seite beschädigt? Wackeln sie lose auf der Achse? - Erst wenn Sie auf dem Rad fahren, können Sie spüren, ob die Pedalachsen wirklich gerade sind. Verbogene Pedale können meist ausgetauscht werden. Teurer wird es, wenn die Kurbeln verbogen sind. Fahren Sie nicht auf einem Rad, dessen Pedale nicht gerade stehen, denn das schadet den Gelenken am Knöchel und am Knie.

Rahmen und Gabel

Werfen Sie einen guten Blick auf alle Rahmenrohre, besonders an den Enden. Sind Dellen oder Farbabsplitterungen zu sehen, die auf einen Unfallschaden deuten könnten?  Lehnen Sie jeden Rahmen ab, bei dem Sie vermuten, er könne verbogen sein. Schauen Sie sich das Rad auch von vorne an.  Bücken Sie sich, um zu sehen, ob Steuer- und Sitzrohr in einer Linie stehen. Dabei können Sie auch gleich schauen, ob die Gabel symetrisch ist. Prüfen Sie auch, dass die Gabel nicht von einem Unfall nach hinten gebogen ist. Eine unbeschädigte Gabel ist für Ihre Sicherheit am wichtigsten. Lehnen Sie deshalb jedes Rad ab, bei dem auch nur der kleinste Zweifel über die Gabel besteht.

Lenker

Ist der Lenker nicht verbogen und steht er gerade?  Stehen Sie vor das Fahrrad, klemmen Sie das Vorderrad zwischen die Knie und testen Sie, ob der Lenker sich nicht verdrehen läßt. Dies ist eine sehr wichtige Sicherheitsüberprüfung, die Sie bei jedem unbekannnten Rad durchführen sollten, bevor Sie damit fahren.

Lenker aus Stahl sind sehr sicher. Aluminiumlenker hingegen sind ein echtes Sicherheitsrisiko, denn wenn beschädigt, können sie ohne Vorwarnung brechen. Dies führt fast immer zu einem lebensgefährlichen Sturz. Werfen Sie deshalb einen besonders kritischen Blick auf jeden Aluminiumlenker und wechseln Sie ihn bei dem geringsten Verdacht auf einen möglichen Schaden sofort aus. Es ist auch klug und ratsam, Aluminiumlenker generell nach einigen Jahren gegen einen neuen auszutauschen.

Werfen Sie einen kritischen Blick auf den Lenkervorbau. Bei einigen neueren Modellen, deren Neigung verstellbar ist, befindet sich an der Unterseite eine Schraube, die ein gezahntes Klemmstück hält. Diese Schraube ist ein Sicherheitsrisiko, denn wenn Sie sich löst oder  brechen sollte, ist ein Unfall sehr wahrscheinlich. Für alle Schrauben am Lenkervorbau gilt, dass die Gewinde mit einem normalen Kugellagerfett gefettet sein sollten, um eine sichere Klemmwirkung zu erreichen. Einen schlechten Fahrradmechaniker erkennen Sie daran, dass er die Gewinde der Schrauben am Vorbau ganz „trocken“ läßt. Mit nicht gefetteten Vorbauschrauben bleibt ein Fahrrad immer gefährlich.

Machen Sie bei einer Probefahr die Ohren auf: Quietsch- und Knarrgeräusche aus der Lenkergegen deuten meist auf nicht richtig gefettete oder nicht richtig angezogene Schrauben hin. Dies ist eine Warnung, die Sie nie ignorieren sollten!

Schutzbleche

Ein ganz wichtiger Sicherheitshinweis: Wenn Ihnen beim Radfahren ein Stückchen von einem abgebrochenen Ast in die Speichen des Vorderrads gerät, kann es pasieren, dass sich das Schutzblech des Vorderrads dadurch auffaltet und das Vorderrad blitzschnell blockiert. Insbesondere bei Kunststoffschutzblechen ist dieses Risiko sehr hoch.Ein solcher Sturz ist als lebensgefährlich einzustufen.  Seit einigen Jahren haben sich die großen Hersteller von Kunststoffschutzblechen wie beispielsweise die Firma SKS richtig verhalten und sie liefern solche Schutzbleche nur noch mit Sicherheitsclips aus, die sich sofort lösen, falls ein Ast sich im Vorderrad verfangen sollte. Bei älteren Fahrrädern fehlt jedoch dieses sehr wichtige Sicherheitsausstattung. Lassen Sie sich nicht von geschäftstüchtigen Verkäufern bequatschen, die Ihnen gerne einen Fahrradhelm (dessen Nutzen zurecht sehr umstritten ist) verkaufen wollen. Tun sie selbst etwas viel Nützlicheres für Ihre Sicherheit und lassen Sie jedes ältere Rad mit Kunststoffschutzblechen unbedingt mit Sicherheitsclips nachrüsten! (der Autor spricht aus Erfahrung nach einem Handstand auf dem Lenker!)

Das richtige Rad gefunden? Gut. Jetzt dabeibleiben!

Ein kleines Problem ist, dass es immer wieder Leute gibt, die versuchen, Ihnen Ihr schönes Rad wieder abzunehmen… Verfallen Sie nie dem Glauben, es könne Ihnen nicht passieren. Schließen Sie Ihr Rad immer ab. Und wenn es nur ein Spiralkabelschloß mit Zahlencode ist. Nachts sollten Sie Fahrräder am besten im Haus behalten. Auch wenn das Fahrrad in einem Schuppen oder einer Garage abgestellt ist, ist es sinnvoll, es zusätzlich abzuschließen.

Das richtige Zubehör kaufen!

Sie brauchen in jedem Fall ein Schloß und eine Pumpe. Sparen Sie hier nicht am falschen Platz. Es spricht wirklich nichts gegen ein deutsches ABUS-Schloß und gegen die beste Pumpe von SKS. Wenn Sie den beiden dann noch ein Tröpfchen von Ihrem Fahrradöl gönnen, werden Sie viel Jahre Gefallen daran haben. (This was the personal opinion of the translator!)

Hosenklammern? Ja sicher werden Sie die brauchen, falls Sie auf einem Rad ohne Kettenschutz fahren wollen. Auch bei vielen Rädern mit Kettenschutz ist dieser so schlecht, dass  es leider nicht ohne Hosenklammer geht. Überall da, wo die Gefahr besteht, dass die Hosenenden zwischen Kettenrad und Kette gezogen werden könnten, ersparen Sie sich besser diese gefährliche Erfahrung.

Werkzeuge und Unterhalt

Ein einfacher Werkzeugsatz fürs Fahrrad umfaßt mindestens einen Satz Schraubschlüssel, einen Satz Inbusschlüssel, ein Flickzeug, Reifenheber, einen Kettennieter und möglichst noch eine Spezialzange zum Abschneiden von Zügen. Sparen Sie nicht an diesem Werkzeug, die beste Qualität ist hier gerade gut genug. Sie brauchen desweiteren eine Dose Fett zum Einfetten von Schrauben und ein Öl für die Kette. Als nächstes bezahlt mach sich dann ein guter Schraubstock für die Heimwerkstatt.

Eine Anmerkung zu neuen Billigrädern

Von Zeit zu Zeit finden Sie allerlei Sonderangebote bei Versandhäusern, in Baumärkten und bei anderen Billiganbietern. Seien Sie hier vorsichtig! Zwar muß der Verkäufer Ihnen offiziell eine Garantie anbieten, doch Sie können sich nicht wirklich darauf verlassen. Wenn Sie von einem solchen Anbieter kaufen, dürfen Sie in Sachen Service und After-sales-Support nicht viel erwarten. Ein Zweiradfachhändler hingegen bietet Ihnen umfassende Hilfe. Doch natürlich wird er gute Gründe haben, Sie zu einem besseren Rad überreden zu wollen.  Haben Sie Verständnis dafür, wenn er es ablehnt, ein woanders gekauftes Fahrrad zu reparieren, das nur auf den ersten Blick wie ein richtiges Fahrrad aussah.

Wie es weitergeht

Besuchen Sie den Spezialisten

Die meisten örtlichen Fahrradhändler geben Ratschläge und Hilfestellung an Fahrradneulinge. Häufig können Sie auch bei der Suche nach einem Gebrauchtrad weiterhelfen.  Doch lassen Sie sie nicht im Regen stehen und kaufen Sie Ihre Ersatzteile dann auch dort und nicht in irgendeinem Supermarkt! Nur auf der Basis von Gegenseitigkeit können Sie den Radfahrer vor Ort mit Hilfestellung versorgen!

Fassen Sie sich ein Herz!

Unsere Ratschläge hier mögen es in sich haben, aber lassen Sie sich davon nicht abschrecken! Auf einem ganz normalen Rad können Sie eine fantastische Fahrt haben. Viele Fahrradliebhaber haben noch ein geliebtes altes Tourenrad versteckt irgendwo in ihrem Schuppen stehen. Wiederentdeckt kann es ein Lächeln in Ihr Gesicht zaubern, wenn Sie damit durch den Park fahren.  Und vergessen Sie nicht, dass regelmäßiges Radfahren selbst auf dem ältesten Rad Ihr kardioviskulares Alter um Jahre verringert.

Don't Worry – Get Cycling!